24. März 2019, 8:24 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten
Die Ausbildung zum Piloten ist nicht einfach. Sie dauert 18 Monate und beinhaltet neben einem theoretischen Teil auch viele praktische Übungen. Eine, die sich dieser Herausforderung stellt, ist Laura Schmitt. TRAVELBOOK hat die 28-Jährige einen Tag lang begleitet.
Laura macht ihre Ausbildung beim Lufthansa Aviation Training (LAT). Hier werden Piloten unter anderem für Lufthansa, Eurowings, Swiss und Austrian Airlines, wo auch Laura später fliegen wird, ausgebildet, teilweise auch für externe Airlines. Die Flugschule selbst hat einen eigenen Namen: European Flight Academy. Ein Ableger befindet sich in Rostock, wo Laura sich im letzten Teil ihrer Ausbildung befindet. Doch wie genau sieht die eigentlich aus?
Die Ausbildung
In Lauras Fall gab es zunächst ein halbes Jahr Theorie-Unterricht in Bremen. Die Schüler werden in 12 bis 14 Fächern unterrichtet, in der Regel hat man ein Fach pro Tag. Es folgt eine erste Praxisphase von vier bis fünf Monaten in Arizona in den USA. Warum in den USA und nicht in Deutschland? „Dort ist Wüste und das Wetter ist so gut, dass man dort fast immer auf Sicht fliegen kann“, erklärt Maximilian Schneider vom LAT. Auf Sicht fliegen sei leichter als Fliegen nach den Kontrollinstrumenten – deswegen absolviert man diesen Teil schon relativ früh in der Ausbildung. Im Anschluss geht es zurück nach Bremen zum zweiten Theorieteil, der vier Monate dauert.
Wenn man das hinter sich hat, folgt in Bremen der zweite Theorieteil, der abermals vier Monate dauert. Den Abschluss dieses Blocks bietet die theoretische Prüfung beim Luftfahrtbundesamt in Braunschweig, auf die sich die Flugschüler wie auf das Abitur vorbereiten müssen. Im Durchschnitt bestehen 99 Prozent der Schüler.
Abschließend folgt dann der zweite Praxisteil, bei dem dann alleine nach Instrumenten geflogen wird. „Das ist viel schwieriger und aufwändiger“, so Schneider.
Die Vorbereitung einer Flugstunde
Die Vorbereitung einer Flugstunde beginnt schon am Tag davor, und zwar, wenn sich der Schüler das erste Mal mit seinem Fluglehrer zusammensetzt. Dann wird der anstehende Flug besprochen. Was genau soll trainiert werden? Beliebte Situationen sind der Landeanflug, das Durchstarten und Ungewöhnliches – zum Beispiel der Ausfall eines Triebwerks. Außerdem schauen Schüler und Lehrer sich das Wetter an und es wird entschieden, welche Flughäfen man anfliegen will. Dabei bedingt das eine das andere: Der Wind spielt eine große Rolle, weil er bestimmt, wie schnell man fliegen kann.
Im Anschluss wird dann der Flugplan aufgegeben und muss von der Luftsicherung genehmigt werden. Meistens klappt das auch, aber nicht immer. „Es gibt ein paar Ausnahmen, zum Beispiel, wenn der Luftraum sehr voll ist. Aus diesem Grund fliegen unsere Flugschüler auch von Rostock aus, denn hier ist der Luftraum sehr leer. In Tegel hat man quasi keine Chance.“
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Am Tag
Am Tag der Flugstunde treffen sich Laura und ihr Fluglehrer zwei Stunden vor Abflug zum Briefing um unter anderem das aktuelle Wetter zu besprechen. Im Anschluss wird das Flugzeug überprüft. Dabei werden unter anderem Bremsen und Tankstand kontrolliert. Danach steigen beide ins Flugzeug. Laura geht die Checkliste durch, kontaktiert dann die Flugsicherung – und dann geht es los mit dem fast 3-stündigen Programm.
Was genau Laura über den Wolken gemacht hat, sehen Sie oben im VIDEO!