25. Februar 2025, 10:11 Uhr | Lesezeit: 5 Minuten
Verwinkelte Gassen, Olivenhaine und zünftige Tavernen, in denen die Zeit stillzustehen scheint – abseits der Touristenregionen zeigt sich Kreta von ihrer authentischsten Seite. TRAVELBOOK stellt fünf der malerischsten Dörfer vor, die die griechische Insel zu bieten hat. Sie sollten bei der Reiseplanung auf keinen Fall fehlen.
Neben Mallorca hat sich Kreta in den vergangenen Jahrzehnten zu einer der beliebtesten Inseln der Deutschen gemausert. Nicht ohne Grund, immerhin bietet das Urlaubsziel die perfekte Mischung aus Aktiv-Abenteuern, traumhaften Stränden, Natur und Kultur. Während in den nördlichen Regionen rund um Chania, Rethymno und Heraklion sowie im östlichen Agios Nikolaos beliebte Touristenhotspots und Hotelanlagen entstanden sind, besteht das Herz der Insel aus Gebirge samt kleinen Bergdörfern, die in ihrem Ursprung weitgehend enthalten geblieben sind. Hier spürt man den Puls des echten Kretas besonders stark.
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Die schönsten Dörfer auf Kreta
Loutro
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Wie an einer Perlenkette aufgereiht säumen kleine weiße Häuser einen Küstenabschnitt, während sich im Hintergrund die schroffen Berge erheben, das Meer glitzert türkisblau und Boote treiben ruhig auf den seichten Wellen: Der kleine Ort Loutro im Südwesten der Insel ist voller Magie. Hier erlebt man Ruhe und Abgeschiedenheit in einer ganz besonderen Form: Das Fischerdorf ist nämlich nur per Fähre oder Wassertaxi zu erreichen, Autos sucht man weit und breit vergebens. Ähnlich wie große Hotels oder überfüllte Strände. Stattdessen geht es hier ganz gemütlich zu.
Vor mehreren Jahrhunderten sei Loutro ein Wellnessort gewesen, heißt es auf der offiziellen Webseite des Dorfes. Davon zeugen verschiedene Ruinen von alten Bädern, die ihm den Namen Loutro (übersetzt: „Bad“) eingebracht haben sollen. Heute gibt es hier kleine Tavernen, Cafés und einen flachen Kieselstrand, außerdem ist der Ort Ausgangspunkt für traumhafte Wandertouren durchs Gebirge oder an nahegelegene Strände wie den Süßwasserstrand Glikanera.
Anogeia
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Etwas südlich von Heraklion, mitten im Gebirge und eingebettet in die Hochebene des Berges Psiloritis, liegt auf etwa 800 Metern Höhe das antike Dorf Anogeia, das sich seine alten Werte weitgehend bewahrt hat. Seit eh und je wird hier die Viehzucht großgeschrieben, früher galt sie als Haupteinnahmequelle der Bewohner. Noch heute spürt man die Traditionen und den unsagbaren Zusammenhalt. Durch das Dorf ziehen sich schmale Gassen mit kleinen Lokalen und Shops, in denen man besonders herzlich empfangen wird. Besucher schätzen auch die Nähe zu einer Reihe an spektakulären Sehenswürdigkeiten, wie die Ideon-Andron- oder die Sfendoni-Höhle. Laut griechischer Mythologie gilt Erstere als Geburtsstätte des Göttervaters Zeus.
Mochlos
Wer einen Roadtrip über den östlichsten Ausläufer der Insel unternimmt, wird mit etwas Glück (oder guter Planung) das Küstendorf Mochlos (großes Bild oben) erreichen, das an Beschaulichkeit kaum zu übertreffen ist. Es liegt im Golf von Mirabello und blickt auf die kleine vorgelagerte Insel Ágios Nikólaos (nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen Ort, der sich etwas nördlicher auf dem Festland befindet). Während man sich in einer Handvoll süßer regionaler Tavernen zum Essen und Klönen unter Einheimische mischt und den fangfrischen Fisch genießt, sind die wenigen Unterkünfte, die es in Mochlos gibt, in der bergigen Natur verteilt. Von überall aus hat man einen atemberaubenden Blick auf das klare Meer, das bis zum Horizont reicht. Das kulturelle Highlight sind definitiv die archäologischen Ruinen, die sich auf der Insel befinden. Gute Schwimmer können die kurze Distanz im Wasser überbrücken, alternativ erreicht man sie per Boot.
Agios Georgios
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Mitten in den Bergen und der üppigen Natur der Lassithi-Hochebene liegt der Ort Agios Georgios. Es ist die erholsame Ruhe und Unaufgeregtheit, die sich hier durch die Straßen zieht. Ihre entspannte Lebensweise haben sich die Einwohner über die Zeit bewahrt und teilen ihre herzliche Gastfreundschaft in den Tavernen im traditionellen Stil. Neben frischen Meerestieren stehen typisch griechische Spezialitäten auf der Speisekarte, Gäste tauchen hier ganz ein in das authentische Kreta. Für tiefere Einblicke wurde unweit der Kirche ein kleines Volkskundemuseum errichtet, das die Geheimnisse des einfachen kretischen Lebens des 19. und 20. Jahrhunderts lüftet. Vor allem Wanderer und Naturliebhaber finden aufgrund der atemberaubenden Berglandschaft den Weg ins Dorf und genießen einen kurzen Moment der Erholung, bevor sie weiterziehen.
Aspros Potamos
Fast unwirklich wirkt die kleine Siedlung im Südosten von Kreta, die sich an einem Berghang im Gebirge von Pefki befindet. Aspros Potamos samt seiner markanten Stein-Cottages wurde vor ca. 300 Jahren errichtet. Wenn man die ineinanderfließenden Gebäude betrachtet, könnte man meinen, die Zeit sei hier stehen geblieben. Vor einigen Jahren wurden die zehn Häuser modernisiert und sind nun zugänglich für Gäste, die sich auf eine Reise in die Vergangenheit begeben möchten. Die Berghänge und Schluchten rund um das Dorf sind dicht bewachsen, eignen sich aber perfekt für ausgiebige Wanderungen im Einklang mit der Natur.