3. April 2025, 12:56 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten
Eine Reise-App hat auf Basis verschiedener objektiver Parameter ermittelt, welche Länder innerhalb der EU für jungen Menschen die besten Bedigungen zum Leben und Arbeiten bieten. TRAVELBOOK stellt das Ranking vor.
Vielleicht haben auch Sie bei diesem Thema sofort an unsere pulsierende Hauptstadt gedacht: Berlin gilt ja bekanntlich als Eldorado für junge, vergnügungshungrige Leute. Tatsächlich hat es Deutschland in die Top 10 geschafft – aber nur knapp. An dieser Stelle ist es sinnvoll, die Methodik der Analyse zu erläutern, sprich wie die besten Länder zum Leben und Arbeiten für junge Menschen ermittelt wurden.
Übersicht
So wurden die besten Lebensorte für junge Leute ermittelt
Hinter der Analyse stehen die Reiseexperten von „Alorix“, einer App, die sich auf die Entwicklung innovativer mobiler Anwendungen spezialisiert hat. Ihr Ziel ist es, Reisen und kulturelle Erlebnisse spannender und informativer zu gestalten. Doch da hört es nicht auf. „Als Brücke zwischen Reisenden und kulturellem Erbe sind wir daran interessiert, das Bewusstsein für die ungleichen Lebensbedingungen junger Erwachsener in den EU-Mitgliedstaaten zu schärfen“, heißt es einleitend zum neuen Ranking. Diese Unterschiede beeinflussten demnach maßgeblich die „kulturelle Kompetenz“ der Menschen, da sie Aspekte wie den Zugang zu Bildung und Arbeit, aber auch Einkommen und Wohnkosten beträfen.
Das Ranking ist also nicht als Empfehlungsliste für auswanderungsinteressierte junge Erwachsene gedacht. Vielmehr zeigt die Analyse, in welchen Ländern man von vornherein bessere Startbedingungen hat – wo es also ein Vorteil ist, dort geboren und aufgewachsen zu sein. Es geht nicht darum, in einer neuen Wahlheimat zu leben und zu arbeiten.
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Vom „Big-Mac-Index“ bis hin zur Kriminalitätsrate
Alorix hat verschiedene Indikatoren in den EU-Mitgliedstaaten analysiert. Da junge Erwachsene oft noch keine gefestigte Karriere haben und mit ihrem Budget haushalten, sich aber auch ernähren müssen, war eines der Bewertungskriterien die Kategorie „Big Macs pro Gehalt“. Gemeint ist damit tatsächlich der Verkaufsschlager einer sehr bekannten Fast-Food-Kette, dessen Preis je nach Land variiert. „Die Anzahl der Big Macs, die mit dem Durchschnittslohn eines Landes gekauft werden können, ist ein Maß für die Kaufkraft der Bevölkerung und die Erschwinglichkeit von Lebensmitteln“, erklären die Autoren der Studie.
Darüber hinaus wurde unter anderem die Jugendarbeitslosigkeit in den einzelnen Ländern berücksichtigt – als Anhaltspunkt dafür, wie leicht es für junge Menschen ist, einen Arbeitsplatz zu finden. Auch die durchschnittlichen Mietpreise in verschiedenen Großstädten der untersuchten EU-Mitgliedstaaten flossen in die Bewertung ein, ebenso die Kriminalitätsrate vor Ort. Woher Alorix die verschiedenen Daten bezogen hat, ist unterhalb des Rankings transparent angegeben. Die Werte in der Kategorie „Happiness-Index“ etwa – dieser gibt Auskunft darüber, wie zufrieden die Bevölkerung der einzelnen Länder mit ihren Lebensbedingungen und Möglichkeiten ist – stammen aus dem World Happiness Report, über den TRAVELBOOK bereits berichtet hat.
Alle Werte zusammengenommen, schnitten im untersuchten Zusammenhang die folgenden Länder am besten ab:
Beste Länder zum Leben und Arbeiten für junge Menschen
- 1. Niederlande
- 2. Österreich
- 3. Polen
- 4. Zypern
- 5. Luxemburg
- 6. Finnland
- 7. Tschechien
- 8. Rumänien
- 9. Deutschland
- 10. Dänemark

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Niederlande auf Platz 1, Deutschland noch in den Top 10
Auch wenn die Niederlande im Mietkostenindex eher schlechte Bewertungen erhielt – den Berechnungen zufolge gehen dort mehr als die Hälfte des Einkommens (54,42 Prozent) für Wohnkosten drauf –, steht das Land dennoch an der Spitze des Rankings der besten Länder zum Leben und Arbeiten für junge Menschen. Denn es erzielte in anderen Kategorien wie Arbeitslosenquote, Kaufkraft und Lebenszufriedenheit besonders gute Werte. Etwa könnte man in den Niederlanden für einen durchschnittlichen Monatslohn etwa 533 Big Macs kaufen – in der Slowakei wären es dagegen nur 252. Diese schaffte es gar nicht erst in die Top 10. Deutschland hingegen landete auf Platz 9, vor allem dank einer vergleichsweise sehr niedrigen Arbeitslosenquote. Betrachtet man ausschließlich die Mietkosten, glänzt Lettland: Dort müssen Menschen durchschnittlich 26,7 Prozent ihres Monatseinkommens für ihre Unterkunft aufwenden. In Irland hingegen sind es happige 72,88 Prozent.
Eine der zentralen Erkenntnisse der Analyse ist, dass Italien die schlechtesten Lebens- und Arbeitsbedingungen für junge Erwachsene bietet. Das Land führt die separate Liste der „schlechtesten Länder, um dort geboren zu sein“ an, gefolgt von Portugal auf Platz 2, Griechenland auf Platz 3 sowie der Slowakei und Frankreich auf den Plätzen 4 und 5. In Frankreich trägt insbesondere die hohe Kriminalitätsrate maßgeblich zum schlechten Abschneiden bei.